Steinsfeld

GUTSHERRSCHAFTLICHES AMTSHAUS, SPÄTERES SCHULHAUS

Das alte Schulhaus in der Schlossstraße wurde 1788 als
Verwaltungssitz der Gutsherrschaft gebaut. Die Gemeinde
erwarb das Gebäude im Jahr 1851 um 4150 Gulden
und baute es zum Schulhaus um. Im Erdgeschoß
wurden 2 Schulzimmer eingerichtet, im Obergeschoß gefand
sich die Wohnung des Lehrers. Hinter dem Gebäude waren
die Schulscheuer, der Schulgarten und die „Schüleraborte“.
Auf dem Lageplan von 1909 ist die Anordnung zu erkennen.
Dort sind auch im einzelnen die gepflanzten Bäume angegeben,
die für den „Biologieunterricht“ gebraucht wurden.
Anfangs des 20. Jahrhunderts verschlechterte sich die
Bausubstanz des Schulhauses dramatisch. Im Jahr 1934 mußte
auf Anordnung der Behörden das Schulhaus an der Ostseite
und zur Schlossstraße hin mit 9 Baumstämmen als Stützen
abgesprießt werden. 1935 wurde als Ersatz für das alte Schulhaus
ein Neubau auf einem Grundstück oberhalb des heutigen
Aussiedlerhofs von Rainer Riedel geplant. Dieser Plan scheiterte,
weil der damalige Bürgermeister Schadt Gemeindegelder
veruntreut hatte. Er wurde abgesetzt und mit 4 ½ Jahren
Gefängnis bestraft. 1936 wurde dann das alte Schulhaus
im Erdgeschoß vollständig erneuert. Als Zwischenlösung
wurde Schule im neuen Rathaussaal gehalten.
1955 wurde das Gebäude verkauft, nachdem die
neue Schule 1954 eröffnet worden war.
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